Kino-News
63. Internationale Filmfestspiele Berlin eröffnen

Der Wind weht kalt durch die zugige Hauptstadt, überall öffnen sich die Leinwände: Auch dieses Jahr wird das größte Publikumsfestival der Welt zehn Tage lang der Nabel der Filmbranche sein und Fachbesucher und Filmfreunde zu Hundertausenden in die Lichtspielhäuser strömen lassen.
Den Auftakt macht heute Abend im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz das Martial-Arts-Drama "The Grandmaster" von Wong Kar Wai, der auch Präsident der Jury ist, die über die Vergabe der Goldenen und Silbernen Bären entscheidet. Neben dem chinesischen Regisseur gehören unter anderem auch die dänische Regisseurin Susanne Bier, ihr deutscher Kollege Andreas Dresen, die iranische Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat (Iran) und der US-Schaupieler Tim Robbins der Jury an.
Im Wettbewerb konkurrieren hochkarätige Filme um die begehrten Preise, darunter der Abschlussfilm von Ulrich Seidls "Paradies"-Trilogie, "Paradies: Hoffnung", das Drama "Promised Land" von Gus Van Sant, "Camille Claudel 1915" mit Juliette Binoche, "Side Effects" von Steven Soderbergh, "The Necessary Death of Charlie Countryman" mit Shia LaBeouf, Mads Mikkelsen und Til Schweiger oder "Pardé" von Regisseur Jafar Panahi (mit Kamboziya Partovi), der im Iran zu sechs Jahren Haft und einem zwanzigjährigen Berufsverbot verurteilt wurde, wegen vermeintlicher "Propaganda gegen das System".
Für Deutschland gehen der Western "Gold" von Thomas Arslan mit Nina Hoss sowie die in Südafrika auf Arikaans gedrehte Koproduktion "Layla Fourie" von Pia Marais ins Rennen.
Außer Konkurrenz laufen "Before Midnight" von Richard Linklater, in dem sich Julie Delpy und Ethan Hawke zum dritten Mal nach "Before Sunrise" und "Before Sunset" über den Weg laufen, und "Nachtzug nach Lissabon", die Verfilmung des Bestsellers von Pascal Mercier.
Der französische Dokumentarfilmer Claude Lanzman erhält den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk, sein Gesamtwerk läuft in einer Hommage. Lanzman drehte mit dem neuneinhalbstündigen Dokumentarfilm "Shoah" das wohl eindringlichste Werk über den Völkermord an den europäischen Juden.
Die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin enden am 17. Februar. (vs)
07.02.2013 (vs)
Foto: Berlinale

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