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Das letzte Schweigen
Filmkritik Ein Mann zerrt ein Mädchen vom Rad. Von der Vergewaltigung sieht man nur das Gesicht des Täters. Solche Großaufnahmen wiederholen sich in dieser Verfilmung des Romans von Jan Costin Wagner: versteinerte Gesichter, lüstern manche, andere gramzerfurcht. Täter und Angehörige, Polizisten und Nachbarn treten auf, die Geschichte um zwei 30 Jahre auseinanderliegende Mädchenmorde erzählt Regisseur Baran bo Odar aus wechselnden Perspektiven. Wilke Möhring spielt den pädophilen Familienvater nicht als Monster, sondern als Menschen, der zwischen Selbstmitleid und Entsetzen über die eigenen Abgründe schwankt. Es schwankt auch der Stil des Inszenierung: Da fliegt die Kamera über düstere Wälder, sind Plattenbauten und spießige Wohnzimmer in Breitwandbildern als Hort des Bösen inszeniert. Das ist die Ästhetik eines US-Thrillers, die im nächsten Augenblick von Klischeepolizisten und platten Dialogen durchbrochen wird. Das ist Fernsehkrimi. Und doch: Wie sich der Film den einfachen Antworten verweigert, den Schmerz der Angehörigen ernst nimmt - das ist bemerkenswert. (arm) ![]() Spielzeiten Regie Darsteller Genre DramaBewertung ![]() Filmstart 19.8.2010Verleih NFPLand / Jahr / Länge D 2010 120 Min. |

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