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Aisling Loftus
Trotzkopf

Wir haben uns in Nachwuchsschauspielerin Aisling Loftus verliebt. Dumm nur, dass wir sie wohl nie wiedersehen werden. Von Falk Schreiber

Aisling Loftus starrt, knetet die Finger, sinniert, kurz sieht man, wie sie einen Schwangerschaftstest in Händen hält. Und nach Minuten sagt sie etwas, böse, ablehnend: "I'll call ya." Die will nicht mit einem reden. Ganz kurz nur haben wir Aisling Loftus kennengelernt, in Daniel Elliotts viertelstündigem Film "Jade" (auf der etwas unglücklich betitelten DVD "Sexy things", die neun teilpornographische Kunst-Kurzfilme versammelt), aber länger braucht es nicht, dass sich dieses Gesicht ins Gedächtnis einbrennt: trotzig, ratlos, intensiv. Ganz kurz haben wir sie kennengelernt, und schon ist sie wieder weg, wie ein Gesicht, das einem in der S-Bahn auffällt, und nach drei Stationen verschwindet es, wahrscheinlich werden wir sie nie wiedersehen. Auch Loftus, diese wunderbar unschauspielernde Schauspielerin, sehen wir wahrscheinlich nicht wieder. Wahrscheinlich. Eine Chance gibt es, immerhin: Loftus ist erst 19, und in Großbritannien hat sie sich schon eine gewisse Bekanntheit erspielt, zuletzt war sie im BBC-Drama "Five Daughters" zu sehen. 19, da kann noch was kommen, womöglich eine internationale Karriere, womöglich ein Film auf internationalen Leinwänden. Wobei: eine internationale Aisling Loftus, das wäre nicht die Aisling Loftus, in die wir uns in "Jade" verliebt haben.

26.07.2010









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