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Mélanie Laurent
Tarantinos erste Geige

Langweiliger Film, tolle Schauspielerin: Mélanie Laurent rettet "Das Konzert". Von Volker Sievert

Vorher, da kannten sie nur Kenner des französischen Kinos. Dann kam Quentin Tarantino und ließ sie als Widerstandskämpferin und Filmliebhaberin in "Inglourios Basterds" ein Kino sowie Hitler und Goebbels anzünden. Seitdem achtet man auf die Filme von Mélanie Laurent. Etwa auf "Das Konzert" (ab 29. 7. im Kino), der klischeeüberladenen Geschichte ehemaliger russischer Orchestermusiker, die sich ein letztes Konzert in Paris erschwindeln. Laurent spielt darin mit scheuer Würde eine berühmte Geigerin, und wenn sie den Film doch nicht retten kann, so reißt sie doch das Finale an sich: Da spielt sie Tschaikowskys "Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 35" mit einer Inbrunst, dass ihr anschließend die Tränen kommen - nicht mit Absicht und vom Regisseur im fertigen Film gelassen. "Irgendwann habe ich am ganzen Leib gezittert," erinnert sich Laurent. "Ich ließ meine Geige fallen und begann zu weinen. Mir schien, als würde mein Körper mit der Musik verschmelzen. Das war ein so gewaltiges Gefühl, dass ich beinahe ohnmächtig geworden wäre." Und dabei hatte Laurent vorher kaum klassische Musik gehört und nur Luftgeige gefidelt! Wir sagen: Wer in einem misslungenen Film mit vorgetäuschter Kunst so viel Emotionen auch beim Zuschauer freisetzt - den beobachtet man gerne weiter. Auch, wenn er keine Nazis oder Geigen in Flammen setzt ...

26.07.2010
Bild: 2010 Concorde Filmverleih









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